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Canon EOS-D60 Astromodifikation

Digiale Spiegelreflexkameras wie die Canon EOS-D60 und deren Nachfolger 300D, 10D, 20D sind vornehmlich für die Allgemeinfotografie konzipiert. Füe Spezial-Einsatzgebiete wie Astrofotgrafie oder Infrarotfotografie eignen sie sich nur bedingt. Schuld daran ist ein eingebauter Filter vor dem CCD/CMOS, welcher hauptsächlich Licht im infraroten Bereich des Spektrums vom Chip fernzuhalten. Leider ist dieser bei den CANON Kameras so ausgelegt, daß er auch die für die Astrofotografie so wichtige H-Alpha Linie bei 656nm zu einem nicht unwesentlichen Teil blockt. Dies führt dazu, daß Astroaufnahmen immer unter einem Mangel an Rottönen leiden.
ImInternet findet man nun verschiedenen Umbauanleitungen, in denen vornehmlich für die Canon 300D beschrieben wird, wie dieser störende Filter entfernt werden kann. Leider nützten mir dies Anleitungen für meine D60 recht wenig, da sie intern komplett anders aufgebaut ist.
Vor dem Umbau sollte man sich im Klaren sein, durch welchen Filter der Original-Canon-Filter ausgetauscht werden soll. Einige User bevorzugen den Austausch gegen einen Baader IR-Cut Filter. Damit sind dann allerdings keine Infrarotaufnehmen mehr möglich. Dies ist aber genau ein Einsatzgebiet, für welches ich meine Kamera auch einsetzen möchte. Deshalb kam für mich nur ein Austausch gegen eine Klarglasscheibe in Betracht. Den IR-Sperrfilter stze ich dann Später vür das Objektiv. Die einzubauende Klarglasscheibe muß jedoch gewisse Vorausstzungen erfüllen, damit die Fokuslage stabil bleibt. Wird ein anderes Glas eingesetzt, so muß man den Autofokus neu einstellen.Ich habe mir aber von Eric Cheng (bekannt durch seinen Infrarotaufnahmen) aus den USA eine passende Klarglasscheibe zuschicken lassen. Außerdem habe ich mir eine Serviceanleitung für die D60 schicken lassen. Meine Frau hat mich immer wieder mit den Worten "Willst du das wirklich tun? Die Kamera war doch so teuer!" entmutigt. Doch eines abends als sie nicht da war, habe ich allen Mut zusammen genommen und mich daran gemacht, das Teil auseinander zu bauen. Es war mir allerdings nicht möglich,den Umbau fotografisch zu dokumentieren, da ich nur eine Kamera habe und diese ja auseinander gebaut wurde. Dafür möchte ich aber die nötigen Explosionsdarstellungen aus der Serviceanleitungen veröffentlichen. Ich denke jeder handwerklich begabte Kamerademonteur wird damit klar kommen.

Der IR-Cut-Filter ist in einen Rahmen eingeklebt. In den diversen Anleitungen im Internet findet man den Hinweis, daß dieser mit einem Cutter-Messer heraus geschnitten werden soll. Diese Methode erachte ich jedoch für sehr grob. Ich habe den Filterrahmen vom CMOS abgebaut und mit einem Fön vorsichtig erwärmt. Hierdurch wird der Kleber weich und der Filter kann vorsichtig aus seiner Fassung gedrückt werden. In den noch weichen Kleber wurde die Klarglasscheibe eingedrückt. Nach dem Erkalten saß sie bomben fest. Wenn der Filterrahmen abgeschraubt wurde, empfielt es sich, den CMOS mit dem Ä'Gesicht' nach unten zu lagern. So kann sich kein Staub auf ihm absetzen. Während kleine Staubkörner auf dem Filter bzw. Klarglas kaum im Bild sichtbar sind, sind sie direkt auf dem CMOS, weil nahe am Fokus, umso störender.

Der komplette Umbau dauerte etwa 2,5 Stunden und 2 Glas Rotwein wegen der ruhigen Hand :-). Es lief eigentlich wesentlich besser als ich zunächst erwartet hatte und war eigentlich für mich als gelernten Elektroniker nicht schwer. Nun ging es daran die Kamera zu testen. Also wurden erst malein paar Bilder im Automatik-Modus geknipst. Erwartungsgemäß waren diese nun abolut rotstichig. Abhilfe schaffte hier eine manueller Weißabgleich. Die folgenden beiden Bilder sind jeweils ohne jegliche Filter gemacht. Das Linke wurde im Automatikmodus aufgenommen und das Rechte mit manuellem Weißabgleich.

Dies zeigt, daß die Kamera auch nach einer Modifikation noch für herkömmliche Aufnahmen zu gebrauchen ist. Man muß nur entsprechend der jeweiligen Aufnahmesituation einen passenden Weißabgleich machen. Abhilfe schafft hier zum Beispiel der XNite CC1 Filter von Maxmax, der in seinen Eigenschaften nahezu exakt dem von Canon intern verwendeten Filter entspricht. Dieser ist als Objetivfilter erhältlichmit 58mm Gweinde erhältlich und läßt sich somit über einen Filteradapter an mein 62mm Filtergewinde anschrauben.

Inzwischen ist der HOYA R72 Infrarotfilter angekommen und konnte zugleich getestet werden. Als Allererstes fällt ein Hauptproblem des Filters auf. Ist dieser vor dem Objektiv montiert, so sieht man durch den Sucher nichts mehr. Man muß also sein gewünschtes Objekt ohne filter im Bild einstellen und dann den Filter montieren. Danach ist noch der Fokus zu korrogieren, da der Brennpunkt des INFRAROT-Lichtes etwas hinter dem Chip liegt. Ich habe zum Test mal den Ficus meiner Frau aufs Korn genommen und 2 Aufnahmen gemacht eine Ohne Filter und die andere mit dem HOYA Filter im Infraroten. Das Infrarotbild war leicht verwackelt, da die Belcihtungszeiten deutlich länger werden. Hier empfielt sich der Einsatz eines Statives.

Im Stadtpark von Arnstadt habe ich dann auch gleich mal ein paar Landschaftsaufnahmen mit dem HOYA Filter gemacht.

 

Als nächstes wurde zum Test der Astrotauglichkeit die Kamera mit einem Zeiss Sonnar 180 Teleobjektiv auf den Sternenhimmel losgelassen. Hier zeigte sich, daß die starke Infrarotempfindlichkeit dazu führt, daß um jeden Stern ein mehr oder weniger großer Hof entsteht, wie diese unbearbeitetet Aufnahme zeigt. Das Bild ist schlichtweg unbrauchbar!


Dies ist darin begründet, daß der Brennpunkt des Infratotlichtes weit hinter dem Chip zumliegen kommt. Es kann also nicht fokussiert werden. Man könnte diesen Effekt mit dem Farbfehler eines Refraktors vergleichen. Er tritt hier nur wesentlich stärker zu Tage. Aus diesem Grunde kommt man also um einen IR-Sperrfilter nicht herum. Ich habe mich für den 2" IR-Sperrfilter von Astronomik entschieden.

Mit dem Astronomik Filter schaut das Ganze dann schon wesentlich besser aus.

Für die Tageslichtaufnahmen werde ich in Zukunft den Xnite CC1-Filter verwenden, da dieser nahezu dem integrierten Canon Filter entspricht. Einziger Nachteil des Filters ist der Preis. Dieser liegt bei 76 US$ und dazu kommt dann noch zoll und Transport, womit man schnell bei 149US$ ist. Außerdem ist der Filter nicht in einer Größe von 62mm verfügbar, wodurch ich gezwungen bin, noch einen zusätzlichen Adapter zu kaufen. Dafür sind dann aber Bilder im Vollautomatik-Modus ohne Probleme möglich. Die kamera verhält sich genauso wie vor der Modifikation. Ich habe mal den XNite CC1 und den ausgebaueten Canon Filter nebeneinander auf ein Blatt Papier gelegt.

Hier mal ein Direkter Vergleich der D60 mit ausgebautem Filter.

Oben ohne XNite mit MAnuellem Weißabgleich
Mitte mit MaxMax XNiteCC1 und
unten ohne